Mitarbeitende beim Laden zu Hause unterstützen

Das Laden von Firmenfahrzeugen bei Mitarbeitenden zu Hause erhöht die Flexibilität, reduziert Betriebsaufwände und stärkt die Mitarbeiterbindung. Lesen Sie, wie Unternehmen das Heimladen fördern können – von der Bedarfsanalyse bis zum Betrieb.

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Für Unternehmen kann es aus verschiedenen Gründen interessant und sinnvoll sein, wenn Mitarbeitende E-Flottenfahrzeuge auch zu Hause laden. Wenn Mitarbeitende das Fahrzeug häufiger daheim und seltener an Schnell-Ladestationen aufladen, lassen sich beispielsweise die Betriebskosten reduzieren. Zudem ist das Laden zu Hause für Mitarbeitende bequemer.

Vor diesem Hintergrund sollten Unternehmen auch Heimladelösungen in Betracht ziehen. Dies gilt vor allem, wenn ihre E-Fahrzeuge regelmässig oder durchgehend bei den Mitarbeitenden zu Hause stehen. Zur Förderung des Heimladens gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, etwa finanzielle Beteiligungen an der Installation von Heimladestationen oder passende Abrechnungslösungen. Dies erhöht die Flexibilität beim Laden von Geschäftsfahrzeugen und stärkt die Bindung der Mitarbeitenden ans Unternehmen.

Welche Angebote das Laden zu Hause optimal unterstützen, ist je nach Unternehmen unterschiedlich. Dieser Leitfaden zeigt in vier Schritten, wie Unternehmen vorgehen können, um die für sie geeignetsten Massnahmen zu finden und umzusetzen:

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1. Bedarf analysieren

Eine fundierte Analyse bildet die Grundlage wirtschaftlich sinnvoller Entscheidungen. Neben der Flottenstruktur sind Wohnsituation und technische Voraussetzungen der Mitarbeitenden entscheidend.

Unternehmen sollten zunächst ihre aktuelle Flotten- und Nutzungssituation erfassen (vgl. Flottenelektrifizierung angehen). Dazu gehören die bestehende Flottenstruktur, typische Fahr- und Nutzungsprofile sowie bereits verfügbare Ladeoptionen am Standort. Wichtig ist auch, das Ladeverhalten zu erfassen:

  • Wo werden Fahrzeuge über Nacht geladen?

  • Welche Ladesysteme bestehen bereits?

  • Welche internen Richtlinien, zum Beispiel zur Fahrzeugnutzung oder Spesenregelung, gibt es bereits?

Eine einfache Übersicht mit Angaben zu Fahrzeugtyp, Ladestandort und Abrechnungssystem schafft Transparenz und zeigt, wo weiterer Handlungsbedarf besteht.

Die Wohnsituation beeinflusst die Machbarkeit von Heimladen stark. In Einfamilienhäusern ist die Installation meist unkompliziert, bei Mehrfamilienhäusern müssen Eigentümerschaft und Verwaltungen einwilligen. Eine Umfrage unter den Mitarbeitenden klärt Mobilitätsverhalten, Wohnort, Wohnsituation, Stromanschlussart, aktuelle Verfügbarkeit der Ladeinfrastruktur, Zugangs- und Abrechnungssysteme und Installationsbereitschaft. Sie hilft, Prioritäten zu setzen und technische Hürden früh zu erkennen. In der Praxis zeigt sich: Mitarbeitende in ländlichen Regionen mit Einfamilienhaus und eigenem Parkplatz eignen sich am besten, um Unterstützungsangebote beim Heimladen zu testen. Für urbane Mietwohnungen empfiehlt LadenPunkt, frühzeitig Kontakt mit den Immobilienverwaltungen aufzunehmen.

Nach der Analyse folgt der Abgleich mit den strategischen Zielen des Unternehmens (vgl. Laden in Unternehmen): Geht es darum, CO₂ zu reduzieren, die Bindung der Mitarbeitenden zu stärken oder die Wirtschaftlichkeit zu optimieren? Wenn die Kosteneffizienz im Vordergrund steht, ist eine Pauschalvergütung sinnvoll. Bei Fokus auf Fairness und Transparenz eignet sich eine kWh-genaue Abrechnung. Unternehmen sollten sich fragen: Welche Massnahmen erzeugen Wirkung bei vertretbarem Aufwand? Das Werkzeug «Ladebedarfsrechner für Flotten» unterstützt dabei, den Bedarf für Heimladeleistungen zu ermitteln. Ein kurzer Workshop mit Flotten-, HR- und Finanzverantwortlichen hilft, Prioritäten abzustimmen und Doppelspurigkeiten zu vermeiden.

2. Fördermodell wählen

Unternehmen können Heimladen durch Installation, Finanzierung oder Abrechnung fördern. Jede Variante hat Vor- und Nachteile, abhängig von der Unternehmensgrösse, der Flottenstruktur und der administrativen Kapazität.

Bei der Installation gibt es zwei Hauptvarianten: Entweder übernimmt das Unternehmen die Installation der Ladestationen bei den Mitarbeitenden zu Hause gleich selbst, ohne Beteiligung der Mitarbeitenden, oder das Unternehmen unterstützt die Mitarbeitenden aktiv bei der Installation; etwa durch Beratung, geprüfte Installationspartner oder klar definierte Mindestanforderungen für Heimladestationen. Beide Varianten sichern eine einheitliche Installation und die Kompatibilität mit Fahrzeug und Abrechnungssystem, was insbesondere bei einer hohen Flottenhomogenität ideal ist.

Finanzielle Unterstützung kann den Unterschied machen: Unternehmen können die Kosten einer Wallbox (Wandladestation) vollständig oder teilweise übernehmen und einen Strombonus für Mitarbeitende mit bestehenden Anlagen gewähren. Transparente Regeln sichern Fairness: Beim Austritt einer Mitarbeiterin oder eines Mitarbeiters fordert das Unternehmen den Zuschuss anteilsmässig zurück oder schreibt ihn ab. Steuerlich gelten Zuschüsse in der Regel als geldwerter Vorteil, deshalb empfiehlt sich eine Abstimmung mit der Buchhaltung.

Um den zu Hause geladenen Strom zu vergüten, gibt es unterschiedliche Modelle. Grundsätzlich lassen sich drei Ansätze unterscheiden:

  1. Pauschalvergütung: Ein fixer Monatsbetrag, der den durchschnittlichen Ladebedarf abdeckt, ist administrativ einfach. Aber er widerspiegelt nicht in allen Fällen den tatsächlichen Verbrauch und kann Fehlanreize schaffen.

  2. Effektive Abrechnung oder kWh-basierte Abrechnung mittels Messung: Die präziseste Variante, bei welcher der effektiv geladene Strom über eine intelligente Wallbox (Wandladestation, die mit einer PV-Anlage kommuniziert), einen Zähler oder ein verbundenes Abrechnungssystem erfasst wird. Dieses Modell bildet den realen Verbrauch unmittelbar ab.

  3. Fahrleistungsbasierte Annäherung: Der Verbrauch wird rechnerisch bestimmt, z.B. über WLTP-Verbrauchswerte, gefahrene Kilometer und einen definierten Strompreis. Die Methode ist technisch unkompliziert und ohne zusätzliche Hardware einsetzbar, basiert aber auf Annäherungswerten.

Unabhängig vom gewählten Ansatz gilt: Die Methode sollte den tatsächlichen Stromverbrauch möglichst realitätsnah widerspiegeln. Dieser muss korrekt versteuert werden. Im Idealfall stimmen sich Unternehmen mit dem zuständigen Steueramt ab.

Für die genannten Unterstützungsmodelle stehen heute bereits verschiedene technologische Lösungen zur Verfügung, die das Heimladen von E-Flottenfahrzeugen vereinfachen: Intelligente Wallboxen mit Smart Metering erfassen Ladevorgänge und rechnen diese automatisch ab. Alternativ kann die Abrechnung aber auch direkt über Fahrzeugdaten erfolgen. Die Abrechnung über den Flottenpartner oder den Ladeserviceanbieter vereinfacht diesen Prozess und gewährleistet Einheitlichkeit. Zudem lassen sich damit private und dienstliche Fahrten einfach voneinander trennen.

3. Massnahmen umsetzen

Für die Umsetzung braucht es klare Verantwortlichkeiten und abgestimmte Prozesse. Eine interne Projektorganisation mit HR, IT, Flottenmanagement und Finanzen ist empfehlenswert.

Ein unternehmensspezifisches Konzept zum Thema Heimladen von Flottenfahrzeugen definiert Technologie, Verantwortlichkeiten und Abrechnungsregeln. Es ist sinnvoll, die Car Policy zu ergänzen, um Eigentumsrechte, Nutzungsgrenzen und Rückbaupflichten zu regeln. Die Entscheidung, ob das Unternehmen auf eine Eigenlösung oder eine externe Dienstleistung setzt, hängt von Komplexität und Ressourcen ab. Schnittstellen zu Lohnbuchhaltung und Steuerprozessen sind frühzeitig zu definieren. Ein Mustertext für die Car Policy kann Teil des Rollout-Pakets sein.

Zu Beginn empfiehlt sich ein Pilotprojekt mit ausgewählten Mitarbeitenden. Interne Ansprechpersonen sind zu benennen, Installationspartner und Abrechnungsdienstleister sind zu koordinieren und Eigentümer von Tiefgaragen in Mehrparteiengebäuden sind früh einzubinden. Ein standardisiertes Onboarding-Paket, inklusive Anleitung zur korrekten Nutzung von Fahrzeug und Ladestation, Abrechnungsleitfaden und Support-Kontakt, reduziert spätere Fehler und fördert Akzeptanz.

4. Massnahmen evaluieren

Sind die gewählten Angebote und Massnahmen in Kraft, muss das Unternehmen sicherstellen, dass sie auch richtig unterhalten, überwacht und weiterentwickelt werden. Nur wenn die Massnahmen regelmässig evaluiert werden, lassen sich Probleme und Ineffizienzen frühzeitig erkennen und beheben.

Ein kontinuierliches Monitoring ist entscheidend: Kennzahlen wie Ladequote, durchschnittliche kWh pro 100 km oder Kosten pro Nutzerin oder Nutzer geben Aufschluss über Effizienz und Nutzungsverhalten. Quartalsweise Reviews helfen, Abrechnungsmodelle anzupassen und technische Verbesserungen zu prüfen. Ein internes Dashboard oder ein Reporting-Modul im System des Ladeserviceanbieters erleichtern diese Auswertungen erheblich.

Beim Austritt von Mitarbeitenden oder bei Fahrzeugwechseln müssen Abrechnungen abgeschlossen, Geräte abgemeldet und eventuell Rückbauten von Ladeinfrastruktur organisiert werden. Ein frühzeitig definierter standardisierter Offboarding-Prozess mit Checkliste spart Zeit und stellt ein einheitliches Vorgehen sicher. Der Prozess ist mit der Car Policy des Unternehmens abzustimmen.

Unternehmen sollten die Erfahrungen aus der Planung, Erprobung und Umsetzung der Massnahmen im Zusammenhang mit Heimladen von Flottenfahrzeugen dokumentieren. Vor allem die Erkenntnisse aus der Anfangsphase können später sehr nützlich sein; beispielsweise, wenn es darum geht, eine Massnahme auszuweiten oder weiterzuentwickeln. Ausserdem können auch andere von den Erkenntnissen profitieren. Der Erfahrungsaustausch mit anderen Firmen, etwa über Branchenverbände, kann für alle Seiten Vorteile bieten.

Weitere Handlungsoptionen für Unternehmen

Unternehmen können sich, je nach Zielsetzung und Gegebenheiten, an 3 weiteren zentralen Handlungsoptionen orientieren:

Flottenelektrifizierung angehen

Ein Fahrplan für Unternehmen

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Herausgegeben von Bundesamt für Energie (BFE), Energie Schweiz

Veröffentlicht Januar 2025

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